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Immer mehr Menschen zieht es heutzutage in die deutsche Hauptstadt. Berlin ist als Wohnort inzwischen so beliebt wie nie zuvor. Entsprechend hart umkämpft ist der Wohnungsmarkt. Steigende Mieten sind die unangenehme Folge und wurden in den vergangenen Jahren zu einer Belastung für alteingesessene Mieter wie für Mietinteressenten gleichermaßen. Zwar ist damit seit dem 1. Juni 2015 Schluss, denn Berlin hat als erstes Bundesland überhaupt eine Mietpreisbremse eingeführt – Hintertürchen gibt es aber dennoch. Worauf es sonst noch alles bei der Wohnungssuche in Berlin zu achten gilt, darum geht es in diesem Artikel.

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Die Konkurrenz unter den Wohnungssuchenden ist groß

Gleich vorweg: Sollten Sie eine attraktive Wohnung in Berlin gefunden haben, werden Sie wahrscheinlich nicht der einzige sein, der sich für diese interessiert. Nicht selten kommt es vor, dass bei einem Besichtigungstermin ein gutes Dutzend weiterer Interessenten erscheint. Bei besonders guten Wohnangeboten können es auch locker deutlich mehr werden. Sollten Sie ein regelmäßiges Einkommen beziehen und sich dabei auch noch zu den Spitzenverdienern zählen, verheiratet sein oder sonstige Sicherheiten aufbieten, so können Sie jetzt trotzdem einen kühlen Kopf bewahren. Ihre Chancen werden gut sein, die Wohnung wirklich zu bekommen. Alle anderen können sich die Wohnungsbesichtigung in einem solchen Fall dagegen getrost sparen, ihre Chancen sind gleich Null.

Mit Eigeninitiative und etwas Glück zur Traumwohnung

Wie kommen nun der Durchschnittsverdiener, der Student, der Azubi, der Berufsanfänger, der oder die Alleinerziehende oder der Rentner zu günstigem Wohnraum in Berlin? Zunächst einmal hat ein Andrang, wie er oben geschildert wurde, nicht selten mit überzogenen Ansprüchen zu tun. Viele Neuankömmlinge und junge Menschen suchen in Berlin generell nach einer frisch renovierten Wohnung in trendiger Lage, mit hübscher Aussicht, zentrumsnah und dennoch möglichst ruhig, dazu noch in einem hübschen Altbau, aber bitte ohne viele Treppen und obendrein noch möglichst günstig. Damit soll nicht gesagt sein, dass eine solche Wohnung ein reines Produkt der Phantasie wäre. Es gibt diese Wohnungen zweifelsohne, aber sie sind so begehrt, dass man eigentlich nur durch einen Geheimtipp an sie herankommt, oder eben das strapazierende Auswahlverfahren über sich ergehen lassen muss. Abstriche machen zu können, gehört bei der erfolgreichen Wohnungssuche in der Hauptstadt daher als erstes dazu.

Es muss nicht immer zentrumsnah sein

Zunächst einmal: Der Nachverkehr in Berlin ist überaus gut ausgebaut. In kaum einer anderen Stadt in Deutschland kommt man auf so vielen verschiedenen Wegen unkompliziert von A nach B. Außerdem gehört das Nahverkehrssystem auch zu den günstigsten in Deutschland. Für 3,20 Euro kann man ganze 2 Stunden fahren. Die Tageskarte gibt es schon für 7,60 Euro. Gruppen sind besonders günstig unterwegs. Es ist daher überhaupt nicht nötig, sich eine Wohnung zu suchen, welche nahe am Zentrum oder nahe am zukünftigen Arbeitsplatz liegt. So lange nur einer der großen S-Bahnhöfe in unmittelbarer Reichweite liegt, hat man schon viel gewonnen. Den Weg dorthin muss man oftmals nicht einmal laufen, sondern kann auch auf Bus oder Straßenbahn zurückgreifen. In einer halben Stunde ist man sogar von den äußersten Randbereichen der Stadt am Hauptbahnhof angelangt.

Besonders günstig lebt es sich in den Randgebieten

Wer nicht unbedingt in der schönsten Lage, dafür aber günstig wohnen möchte, der findet in den Plattenbausiedlungen im Osten der Hauptstadt relativ schnell ein Angebot. Zugegeben, eine Schönheit sind die Neubau-Monster in Lichtenberg, Hellersdorf oder Marzahn nicht, aber billig sind sie allemal. Zur Not kann man hier eben auch wohnen, bis sich etwas Besseres gefunden hat.

Wer Wert auf Ruhe und frische Luft legt, der kann auch noch weiter in den Randbezirk schauen. Im Berliner Südosten gibt es eine hübsche Seenlandschaft mit allerlei kleinen Ortschaften. Auch hier gibt es günstigen Wohnraum, noch dazu mit Blick aufs Wasser oder ins Grüne. Allerdings ist hier die Anbindung bereits nicht mehr so gut und ein Auto von Vorteil. Wie kommt man nun am besten zur gesuchten Wohnung?

Ausdauervermögen ist bei der Suche von Vorteil

Suchen kann man natürlich immer auf den einschlägigen online-Portalen, wie immobilienscout24, immowelt, immonet oder Ebay Kleinanzeigen. Allerdings werden hier auch viele andere Menschen reinschauen. Es ist daher besonders wichtig, sich regelmäßig die neusten Angebote anzeigen zu lassen und im Fall der Fälle umgehend mit dem Anbieter in Kontakt zu treten. Die Konkurrenz ist hier natürlich sehr groß. Wer weniger Stress möchte, der kann aber auch aktiv nach leerstehenden Wohnungen Ausschau halten. Die Suche nach dem Verkaufszettel im Fenster ist sicherlich altmodisch, aber auch heute noch verbreitet. In Supermärkten gibt es meist eine Kleinanzeigentafel mit Angeboten aus der Umgebung. Nach wie vor werden auch in Zeitungen Wohnungen inseriert. Studenten sollten zudem immer an ihrer Uni (oder gleich an mehreren Unis, denn davon gibt es in Berlin allein drei Große) an entsprechenden Anzeigentafeln schauen, denn hier werden regelmäßig Nachmieter gesucht. Es kann auch nicht verkehrt sein, hier selbst aktiv zu werden und ein Gesuch anzupinnen.

Letzten Endes sollte man sich auch bei Fehlschlägen nicht entmutigen lassen. Oft dauert es eine Weile, bis man in Berlin eine Bleibe gefunden hat. Der Weg dorthin kann steinig sein, aber sobald dann endlich der lang ersehnte Einzug erfolgt, ist er meist genauso schnell vergessen.

Das Kino hat in Berlin eine lange Tradition. 1895 wurde in der Hauptstadt der erste Kinofilm in Deutschland gezeigt. In den 20er Jahren war Berlin eine der führenden Lichtspiel-Metropolen in der Welt. Heute ist die Situation weniger schön, viele Kinos sind in den vergangenen Jahren verschwunden. Umso erfreulicher ist es, dass die Yorck-Gruppe jetzt den Bau eines neuen Kinos angekündigt hat.

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Die Yorck-Gruppe betreibt in der westlichen Berliner City bereits eine Reihe von Kinos, so unter anderem das Kant Kino, den Delphi Filmpalast und das Cinema Paris. Mit einem Neubau soll Charlottenburg jetzt um ein weiteres Kino bereichert werden. Einziehen soll das Lichtspielhaus in jenem Gebäude, das bis vor einiger Zeit noch das Tagungszentrum „Eventpassage“ beheimatete und direkt neben dem Bahnhof Zoo steht.

Alleinstellungsmerkmale sind heute gefragt

Stellt sich zunächst einmal die Frage: Braucht Berlin und insbesondere die westliche City noch ein weiteres Kino? Schließlich gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft schon einiges an Konkurrenz. Hier ist vor allem der erst kürzlich wiedereröffnete Zoo Palast zu nennen, der nur wenige Gehminuten vom geplanten Kino-Neubau entfernt sein wird. Im Gegensatz zu diesem soll das neue Kino allerdings kein Mainstream-Programm zeigen, sondern wird ausdrücklich als Arthouse-Kino beworben und somit eine Nische besetzen. Möglich sind laut Aussagen des Betreibers etwas Originalfassungen mit Untertiteln. Dass in Berlin Bedarf an fremdsprachigen Filmangeboten besteht, beweist seit etlichen Jahren ja auch das im Sony-Center am Potsdamer Platz untergebrachte CineStar Original.

Der Kino-Neubau könnte dann als Pendant zu diesem im Berliner Westen fungieren. Gemäß der Devise: „Klein aber fein“ sollen die einzelnen Säle auch nicht zu riesig ausfallen. Zwischen 36 und 160 Plätze sollen sie den Besuchern bieten, insgesamt sind 7 Kinosäle geplant. Da sich allerdings nur wenige Straßenecken entfernt auch die Astor Film Lounge befindet, deren Programm aus Filmklassikern besteht, bleibt mit Spannung abzuwarten, welche Nische der Neubau der Yorck-Gruppe in diesem Stadtteil besetzen wird.

Ein begrüßenswerter Trend nach langer Stagnation im Kino-Bereich

Stadt und Bewohner begrüßen das Vorhaben definitiv, denn in den vergangenen Jahren sind in Berlin viele alteingesessene Kinos zugrunde gegangen. Gerade am Kurfürstendamm mussten viele von ihnen dem Einzelhandel weichen. Der warf im Gegensatz zu den Kinos einfach höhere Gewinne ab, konnte dadurch auch die exorbitanten Mieten leichter verkraften. Manch einer erinnert sich vielleicht noch an das Kino im Marmorhaus. Heute befindet sich dort ein Bekleidungsgeschäft. Die ehemalige Filmbühne Wien wich einem Apple Store. Ein knappes Dutzend weiterer Lichtspielhäuser in diesem Stadtbezirk ereilte nach der Jahrtausendwende ein ähnliches Schicksal.

Wer in den 90er Jahren in Berlin ins Kino wollte, für den war die Gegend um den Bahnhof Zoo die erste Adresse. Heute ist davon kaum noch etwas zu spüren. Unlängst wollte ein Investor sogar das Gebäude des ehemaligen Gloria Palastes abreißen lassen, obwohl es unter Denkmalschutz steht. Umso mehr begrüßen die Berliner, das etwas von dem alten Flair wieder Einzug hält. Zusammen mit der Wiedereröffnung des Zoo Palastes im Jahre 2013 könnte der Kino-Neubau nun den Beginn dieses Revivals markieren. Auch die Stadtverwaltung freut sich über den Neubau, sieht in ihm eine Bereicherung des Kulturstandortes Berlin-West. Auch die Filmfördergesellschaft begrüßt das Projekt. Generell sei das Interesse am Kino in den vergangenen Jahren gestiegen, die Umsätze der Kinos hätten sich in den vergangenen 5 Jahren um 15 % erhöht, die Zahl der jährlichen Kinobesuche stieg um eine Million. Mit dem neuen Kino ist frühestens im Frühjahr 2017 zu rechnen.

Die Wasserstadt: Traditionsraum preußischer Industrien

Die Wasserstadt Oberhavel, auch Wasserstadt Spandau genannt, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Zu den Zeiten der alten Preußen war die Region rings um die Insel Eiswerder ein Zentrum der Militärindustrie vor den Toren Berlins – leicht zu erreichen, aber dennoch in sicherer Entfernung zur Wohnbevölkerung. Schon 1722 zog hier eine Waffenmanufaktur ein, im frühen 19. Jahrhundert wurden dann ein Feuerwerkslaboratorium und eine Pulvermühle angesiedelt. Aufgrund der durch die militärische Nutzung bereits gut ausgebauten Infrastruktur und der Nähe zum Wasser kamen nach der Gründung des Deutschen Reiches ab 1871 rasch weitere Industrien hinzu. Im Ersten Weltkrieg lief hier die Munitionsherstellung auf Hochtouren. Nach dem Ersten Weltkrieg kamen dann zunächst zivile Nutzer: Mineralöldepots und Getreidesilos wurden errichtet. In der Zeit des Nationalsozialismus stand die Rüstungsindustrie wieder im Vordergrund, unter anderem wurde in der Wasserstadt ein Flugzeugwerk aufgebaut. Nachdem die Militärindustrie nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs völlig verschwand, wurde das Areal als Lagerstätte zur Versorgung West-Berlins und als Standort für kleinere Betriebe sowie von der britischen Besatzungsmacht genutzt.

Foto: Tilman Kluge. Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Foto: Tilman Kluge. Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Die Wiedervereinigung: Leid und Chancen für die Wasserstadt

Mit der deutschen Wiedervereinigung fielen diese Nutzer jedoch schlagartig weg und das riesige Gelände begann brach zu liegen. Gleichzeitig hatte die Binnenschifffahrt ihr Bedeutungstief erreicht, die Speicheranlagen waren nutzlos geworden. Das Areal verkam in der Folge zum Tummelplatz für Graffiti-Künstler, Vandalen und Jugendgangs.

Gleichzeitig wurde in Berlin dringend neuer Wohnraum benötigt. Schon vor der Wende wurden in West-Berlin mehr Wohnungen nachgefragt, als eigentlich vorhanden waren. Im Zuge des Mauerfalls erwartete man nun einen regelrechten Ansturm an Wohnungssuchenden. Die Stadtverwaltung ließ daher keine Zeit verstreichen und stellte einen ambitionierten Bebauungsplan für die Wasserstadt auf: 12.000 Wohnungen sollten langfristig in dem verfallenden Gewerbegebiet entstehen.

Die Pläne schienen sich nicht zu erfüllen

Doch die erwartete Bevölkerungsexplosion blieb aus. Im Zuge der Desurbanisierung verringerte sich die Bevölkerungszahl der Hauptstadt sogar, in Berlin begannen Wohnungen leer zu stehen. Der Bebauungsplan für die Wasserstadt wurde daher 2003 im Umfang deutlich reduziert. Bei nunmehr 7.500 Wohnungen sollte jetzt Schluss sein, bis zum Jahr 2006 wurde auch davon nur etwa die Hälfte erreicht. Die Arbeiten gerieten ins Stocken. Die ehrgeizigen Pläne wurden nur zum Teil erreicht. Manch einer wähnte hinter dem Projekt schon ein Millionengrab.

Heute ist die ausgedehnte Wasserstadt ein zweischneidiges Schwert. Zum einen gibt es hier sehr schöne Gegenden mit aufwändig renovierten Gebäuden. Ein Paradebeispiel dafür ist die Insel Eiswerder. Im ehemaligen Feuerwerkslaboratorium können hier Eigentumswohnungen erworben werden, ein Großteil ist bereits verkauft. Die Makler konnten sich nach der Fertigstellung vor Anfragen nach den modernen Wohneinheiten in historischen Backsteinfassaden kaum retten.

Einige Teile der Wasserstadt verfallen noch immer

Am westlichen Havelufer, im Ortsteil Hakenfelde, sieht es weniger schön aus. Anwohner stören sich am fortschreitenden Verfall des ehemaligen Heeresverpflegungsamts und der dazugehörigen Speicher. Das Areal vermittelt den typischen Eindruck eines verwahrlosten Ortes. Mit zerschlagenen Fensterscheiben und herausgehebelten Türen stehen die Anlagen praktisch jedermann offen, sie sind gleichermaßen ein Anziehungspunkt für böswillige Vandalen wie für harmlose Zeitgenossen, „Geocacher“ und „Lost Place“-Jünger, die einfach nur ihre Freude am Nostalgischen haben. Dass es auch anders gehen kann, das belegen ganz ähnliche Speichergebäude nördlich von Eiswerder. Sie werden inzwischen als Lager von Speditionsfirmen genutzt, das anliegende Ufer wurde zur Promenade ausgebaut.

Ein neuer Frühling für die Wasserstadt zeichnet sich ab

Allerdings scheint es in letzter Zeit, als ob die Wasserstadt doch noch zu ihrem Recht kommen könnte. Der anhaltende Boom der Hauptstadt in den letzten Jahren hat jetzt auch wieder den Wohnungsbau belebt. Da in der Wasserstadt bereits alle Vorkehrungen für den Ausbau in die Wege geleitet worden waren und eine ausgebaute Infrastruktur vorhanden ist, ist es daher besonders problemlos, das Projekt nun auch zu einem Ende zu bringen. Private Investoren planen derzeit den Bau von Stadtvillen und Loftwohnungen.

Auch ungewöhnliche Konzepte sind vorhanden. So soll in einem verlassenen Industriegebiet ein Oldtimer-Zentrum entstehen. Im Fokus der Bauherren stehen heute vor allem exklusive Wohnlösungen für kaufkräftige Kunden. Im ursprünglichen Bebauungsplan aus den 90er Jahren waren dagegen vor allem Sozialwohnungen vorgesehen gewesen. Angesichts dieser Entwicklungen kann festgehalten werden, dass die Geschichte der Wasserstadt Spandau noch lange nicht zu Ende geschrieben ist. Auch in den kommenden Jahren dürfte sie noch einmal dramatisch ihr Gesicht verändern. Nun allerdings zum Besseren, wie es scheint.

Wie hat Berlin sich doch in den letzten Jahren verändert! Ein Zeitreisender aus den frühen 90er Jahren würde sicherlich staunen, wenn er heute am Potsdamer Platz aussteigen würde. Dort, wo heute das Sony Center steht, war früher weit und breit nur eine Wüstenlandschaft zu sehen, die vom ehemaligen Todesstreifen der Berliner Mauer zeugte. Ein Besucher aus der Zeit um 1900 schließlich würde seine alte Heimat wohl kaum wiedererkennen können. Zu groß sind die Spuren, die das 20. Jahrhundert an Berlin hinterlassen hat.

Heutige Stadtentwicklung Berlins ist spätes Erbe der deutschen Geschichte

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Damit ist das Dilemma der deutschen Hauptstadt auch schon im Ansatz erklärt. Während andere europäische Großstädte seit dem 19. Jahrhundert weitestgehend statisch geblieben sind – Paris, London oder Rom haben sich lediglich in den Außenbezirken gewandelt, nicht aber in ihren charakteristischen Zentren – haben in Berlin die Zäsuren der vergangenen 100 Jahre immer wieder Umgestaltungen erzwungen und auf diese Weise das Stadtbild zu einer Synthese unterschiedlichster Stile gemacht. Um ihre „Welthauptstadt Germania“ zu schaffen, haben die Nazis hier rücksichtslosen Kahlschlag am historischen Stadtbild betrieben, fertig wurde am Ende davon kaum etwas. Der Bombenkrieg sorgte kurz darauf für eine weitere Ausdünnung der Bausubstanz.

Als wäre dies noch nicht schlimm genug gewesen, schlug die deutsche Teilung eine wüste Bresche mitten durch die Stadt, der ein weiterer Teil des historischen Berlins zum Opfer fiel. Im Osten schließlich gammelten die alten Gebäude munter vor sich hin, Reminiszenzen an den „bourgeoisen“ Lebensstil der wilhelminischen Eliten sollten über kurz oder lang zu Staub zerfallen und aus dem kollektiven Gedächtnis verschwinden. Stattdessen gab es Plattenbauten (aber die gab es auch im Westen!), sozialistischen Realismus und einen Fernsehturm, der heute mehr für Berlin steht als alles andere. Nach der Wende kam dann der Bau-Boom, nochmals angekurbelt durch die Rückkehr der Bundesregierung nach Berlin zur Jahrtausendwende. Bürokomplexe und Luxusappartements schossen wie Pilze aus dem Boden, die Stadt erlebte einen neuen Frühling.

Alteingesessene Bewohner sind vielerorts die Leidtragenden

Die aktuelle Stadtentwicklung in Berlin und die damit einhergehenden Probleme können daher generell als Spätfolgen der deutschen Teilung angesehen werden. Dies gilt nicht zuletzt für die Viertel im Osten, wie Friedrichshain oder Prenzlauer Berg. Zu DDR-Zeiten gab es hier günstigen Wohnraum in alten Mietskasernen, Kneipen an jeder Ecke und reihenweise heruntergekommene Patrizierhäuser aus einer anderen Epoche. Letztere waren besondere Stiefkinder der Regierung, erfreuten aber umso mehr die Hausbesetzer. Auch in der Nachwendezeit blieb der Charakter dieser Bezirke weitestgehend erhalten, hinzu kamen Szenetreffpunkte, ein unbeschwertes Nachtleben kehrte zwischen den maroden Fassaden ein.

Ein Tummelplatz für Studenten, Alternative und Träumer, daneben natürlich immer noch die Alteingesessenen, die einfach „schon immer“ hier wohnten. Ihre unmittelbare Nähe zum Stadtzentrum machen diese Bezirke heute aber auch interessant für wohlhabende Hinzugezogene und Investoren. Mit der steigenden Nachfrage steigen auch die Mieten. Das Wort „Gentrifizierung“ ist in aller Munde. Probleme sind da vorprogrammiert, wie unlängst wieder der Brennpunkt Rigaer Straße bewiesen hat.

Die Neuankömmlinge lassen sich in die alten Kieze zum Teil auch schwer integrieren. Wer nicht nach Berliner Mundart redet, der wird hier schnell scheel angesehen. Hier eine Lösung zu finden, die alle Beteiligten gleichermaßen zufrieden stellt, wird eine große Herausforderung für die Politik bleiben. Berlin als Magnet der deutschen Binnenmigration, auch dies ein Resultat der deutschen Teilung. Gut, West-Berlin erfreute sich bereits vor dem Mauerfall einer gewissen Beliebtheit. Nach Ost-Berlin verschlug es im Gegenteil kaum jemanden freiwillig, die meisten sehnten sich eher danach, von hier endlich mal verschwinden zu dürfen. Als Nebeneffekt der Gentrifizierung der östlichen Mitte werden heute junge und einkommensschwache Menschen zudem immer mehr in die Randbezirke der Großstadt gedrängt.

Alte Bausubstanz profitiert von der Entwicklung

Ein erfreulicher Trend in der aktuellen Stadtentwicklung ist dagegen die Pflege alter Bausubstanz. Historische Villen in Berlin liegen bei kaufkräftigen Neu-Berlinern voll im Trend. So manche Stadtvilla aus der Gründerzeit erstrahlt heute in neuem Glanz, nachdem sie jahrzehntelang ein Schattendasein fristen musste. Dies gilt besonders für den Osten. Vor allem freut die Interessenten hier, dass die Bauwerke, wenn auch der Putz bröckelt, noch Größtenteils im Originalzustand vorhanden sind. Im Osten waren schlicht kein Geld und Material vorhanden, um ausufernde bauliche Veränderungen vorzunehmen.

Natürlich musste der ein oder andere Hausbesetzer vor dem Besitzerwechsel ausziehen. Es handelt sich eben um zwei Seiten einer Medaille. Demgegenüber stehen aber die ungezählten Gebäude, die gerade im Osten weiter vor sich hingammeln. Hier ist Handlungsbedarf dringend geboten, bevor die Bausubstanz vollends verkommt und ein weiteres Stück des historischen Berlins unwiederbringlich in der Versenkung verschwindet.

Relikte der DDR werden aus dem Stadtbild getilgt

Eine weitere städtebauliche Frage ist der Umgang mit dem architektonischen Erbe der DDR. Wenn in einigen Jahren das neue Stadtschloss fertig gestellt ist, so wird es so sein, als hätte es nie einen „Palast der Republik“ gegeben. Ein aus der Vergangenheit kommender Wilhelm II. würde auf den ersten Blick vielleicht gar keinen Unterschied bemerken, ein Walter Ulbricht fassungslos in Ohnmacht fallen. Dass der Schlossneubau kein Wiedererstarken des preußischen Militarismus markiert, sondern lediglich dem Wunsch nach einem historisch akkuraten Stadtbild entspricht, das würde ihm gegen den Verstand gehen.

Gut, die Bauten der 60er und 70er Jahre galten damals als hochmodern. Allerdings waren sie eben auch nicht mehr, als eine architektonische Modeerscheinung. Heute empfindet man sie salopp gesagt als hässlich. Dennoch wäre es nicht ratsam, im Zuge einer „damnatio memoriae“ alles auszutilgen, was an den untergegangenen realsozialistischen Staat erinnern könnte. Er ist nun einmal ein Teil der deutschen Geschichte und sollte seinen Platz in der Erinnerung haben, mag sie nun negativ oder positiv sein, das ist hier nicht Gegenstand der Debatte. Kommenden Generationen könnte sonst das Verständnis der Vergangenheit unmöglich gemacht werden, wenn sie gar keinen greifbaren Bezug mehr vor Augen haben.

Angebot an bezahlbarem Wohnraum nimmt ab

Abseits dieser Frage ist noch immer die blanke Wohnungsnot ein ungelöstes Problem der Hauptstadt. Von Jahr zu Jahr zieht die Hauptstadt knapp 40.000 neue Bewohner an. Für sie bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, ist die große Aufgabe der nächsten Jahre. Erschwerend kommt dabei hinzu, dass heute ganz andere Ansprüche an den Wohnraum gestellt werden als früher. Mit einem Plattenbau möchte sich heute kaum noch jemand abspeisen lassen. Ebenso wenig wollen die Leute ihr Badezimmer im Treppenhaus aufsuchen müssen. Auch die Sanierung von Altbauten steht daher vor Herausforderungen.

Berlin bald nicht mehr wieder zu erkennen

Insgesamt kann festgehalten werden, dass das Stadtbild der deutschen Hauptstadt relativ eklektisch ist. Eine Vielzahl von Stilen und Formen unterschiedlichster Epochen existiert nebeneinander. Dies erklärt sich aus der deutschen Geschichte. Daneben besteht im Moment die Tendenz, dass das alte Stadtbild als Resultat der deutschen Teilung mehr und mehr verschwindet. Dies hat positive als auch negative Seiten. Der Sanierung von Altbauten steht der Verlust des nostalgischen, aber eben auch des abgewohnten Stadtbildes der Nachwendezeit gegenüber, welches prägend für die Jugendzeit einer ganzen Generation war. So schmerzlich dieser Wandel auch ist, er ist nicht aufzuhalten. Eine wichtige Aufgabe der Politik wäre es aber, ihn für alle erträglich zu gestalten.

Seit einigen Jahren schon werden in Berlin reihenweise Luxusimmobilien aus dem Boden gestampft. Dieser Trend spitzte sich in letzter Zeit sogar noch zu. Allein im Jahr 2015 wurden in Berlin mehr als 500 Immobilien über 750.000 Euro verkauft. Eigentumswohnungen sind dabei besonders beliebt. Neubauten und sanierte Altbauten in schöner Lage stehen bei den Interessenten gleichermaßen hoch im Kurs. Aktuell besonders begehrt sind unter anderem die im stalinistischen Stil errichteten Monumentalbauten entlang der Karl-Marx-Allee.

Starke Nachfrage besteht auch im Bezirk Prenzlauer Berg. Weiterhin hoch im Kurs stehen Immobilien in Zehlendorf oder im Grunewald. Der einstige Ost-West-Gegensatz wird dabei immer mehr verwässert, für ausländische Interessenten besitzt er ohnehin keine Bedeutung. Das zieht die durchschnittlichen Quadratmeterpreise nach oben. Waren 2014 noch im Schnitt 2700 Euro je Quadratmeter zu berappen, wenn man sich eine Eigentumswohnung leisten wollte, so sind es 2015 schon 3500 Euro. Zum Vergleich: Vor 10 Jahren kostete der Quadratmeter in Berlin im Schnitt noch 1750 Euro, vor 5 Jahren waren es 2000 Euro.

Wie kam es zu diesem Trend?

berlin luxus neubauen

Was sind die voraussichtlichen Auswirkungen dieser Entwicklung und wo liegen ihre Gründe? Grund für diesen Trend ist nicht zuletzt die zunehmende Attraktivität der deutschen Hauptstadt, sowohl bei den Deutschen selbst als auch international. Es siedeln sich inzwischen immer mehr wohlhabende Leute aus dem Ausland in der deutschen Hauptstadt an. Sie nehmen auch solche Immobilien gerne mit Kusshand, für die die Deutschen nicht mehr in die Tasche zu greifen bereit sind. Russische Oligarchen, englische Banker, saudische Ölprinzen, chinesische Unternehmer und italienische Designer zieht es nach Berlin.

Viele Menschen kaufen eine Immobilie aber nicht unbedingt, um darin zu wohnen, sondern weil sie sie als Wertanlage betrachten. Diese Erscheinung hat im Moment besonders Konjunktur. Die Zinsen sind mittlerweile auf einem Tiefstand und auch bei den Edelmetallen ist in letzter Zeit keine überragende Wertsteigerung mehr zu verzeichnen. Die Quadratmeterpreise in der deutschen Hauptstadt entwickeln sich dagegen seit Jahren nur eine Richtung: Steil nach oben. Hinzu kommt, dass mit dem niedrigen Leitzins auch die Kredite äußerst billig geworden sind. Kaum jemals zuvor konnte man so günstig an Geld kommen wie heute. Die Hemmschwelle einen Immobilienkredit aufzunehmen, ist daher deutlich gesunken.

Befindet sich Berlin in einer Immobilienblase?

Die Verlockung günstiger Immobilienkredite kann aber auch tückisch enden. Sobald die Wirtschaft wieder Fahrt aufnimmt, werden auch die Zinsen wieder ansteigen. Wenn in 10 oder 15 Jahren die Zinsbindung der heute aufgenommenen Kredite ausläuft, können für die Kreditnehmer ungeheure Mehrkosten entstehen. Abschließend stellt sich die Frage, wie gerechtfertigt diese Preise noch sind. Steckt Berlin schon mitten in einer Immobilienblase, wie Experten in diesem Jahre zunehmend zu warnen pflegen?

Einerseits sind die Quadratmeterpreise in der Hauptstadt zwar inzwischen hoch, aber sie sind im bundesdeutschen Vergleich nicht dramatisch. In Hamburg werden ähnliche Preise aufgerufen, in Stuttgart oder München ist Wohneigentum sogar noch einmal deutlich teurer. Die Quadratmeterpreise in Berlin liegen damit zwar jetzt über dem bundesdeutschen Durchschnitt, aber eben auch nicht höher als in den anderen „hippen“ Metropolen der Republik. Dies dürfte aber für eine Hauptstadt, welche sich zudem mehr und mehr zur Weltstadt auswächst, auch keine verwunderliche Erscheinung sein. Die Entwicklung führt vielmehr vor Augen, wie billig Wohnraum in Berlin eigentlich in der Vergangenheit gewesen ist.

Wie lange wird sich der Preistrend noch fortsetzen?

Allerdings müssen die Immobilienpreise auch in Relation zu den durchschnittlichen Einkommen einer Region gesehen werden. Und in Berlin ist die Preissteigerung wirklich exorbitant. In München oder Stuttgart sind die Durchschnittslöhne nun mal höher, von London gar nicht zu sprechen. Aus dieser Perspektive ist die ganze Entwicklung in der Tat bedenklich. Eine gewisse Sättigung scheint zudem erreicht worden zu sein. Ziehen die Preise noch mehr an, so dürfte das Verhältnis von Angebot und Nachfrage sich bald ins Negative verkehren. Stagnierende oder sogar wieder leicht sinkende Preise werden daher langfristig zu erwarten sein.

Es ist schon lange weder ein heikles Thema noch lediglich für Altersheime und Kliniken interessant: Das Dusch WC als hygienische Alternative zur Standardtoilette findet sich in immer mehr Haushalten und das aus vielen guten Gründen. Es lohnt sich immer, dazu ein paar Informationen einzuholen, denn es handelt sich bei dieser innovativen Erfindung um ein wirklich sinnvolles und nützliches Badutensil, das für Jedermann eine große Hilfe sein kann. Grundsätzlich handelt es sich nämlich beim Wasch WC (der Name ist synonym) um eine Kombination von einfacher Toilette und effektivem Bidet, so dass hier der Intimbereich mit einem warmen Wasserstrahl gereinigt wird und man ein rundum sauberes Gefühl nach dem Toilettengang hat. Es lässt sich einfach installieren, zum Beispiel auf eine vorhandene Fassung, oder auch komplett neu einbauen und die zahlreichen zur Verfügung stehenden Funktionen sind dabei je nach individuellen Ansprüchen auszuwählen. Überhaupt sind diese Art Toiletten ganz auf die Bedürfnisse der Besitzer zugeschnitten und man erhält in jedem Fall das passende Stück für das heimische Bad.

Dusch WC MewatecHersteller gibt es einige, wobei sich in erster Linie die Firma Closomat und auch Geberit als international bekannter Konzern bewährt haben. Ein anderer bekannter Hersteller des Dusch WC’s ist Mewatec. Closomat wurde einst durch Hanns Maurer gegründet und der Schweizer war vor rund 60 Jahren dann auch der eigentliche Erfinder des Dusch WC. Seine Konstruktion wurde seitdem immer wieder verbessert, kopiert und weiter entwickelt und das nicht nur in Europa, sondern vor allem auch in Japan und Südkorea. Dort schätzen die Menschen eine hochwertige Reinlichkeit und lassen sich zum Teil sehr anspruchsvolle Extras wie automatische Deckelöffner oder auch medizinische Sensoren einbauen. Die Toilette wird so gewissermaßen zum maßgeschneiderten High – Tech Produkt, das wirklich alle Bedürfnisse befriedigt.
Es geht natürlich auch simpler, wobei das Prinzip immer das Gleiche ist: Ein warmer Wasserstrahl, einstellbar in Stärke und Temperatur reinigt gründlich und man kann im Wesentlichen auf Papier verzichten. Darüber freuen sich Umwelt und Körper gleichermaßen und man kann das Ganze bequem per Fernbedienung steuern. Gerade Geberit hat einige ganz unterschiedliche Modelle am Markt, die zum Beispiel einen Fußschalter beinhalten oder auch einen integrierten Spülkasten. Möchte ein Rollstuhlfahrer oder eine allgemein in der Bewegung eingeschränkte Person das Wasch WC nutzen, so gibt es Spezialschienen, deckellose Sitze und spezielle, den Komfort noch zusätzlich unterstützende Auflagen. Man sollte sich dazu mit dem Fachhändler unterhalten und auch ein wenig im Internet recherchieren, denn je nach verfügbarem Platz und nötigem Anspruch ist die Auswahl recht groß und mit ein wenig Geduld findet man dann auch schnell das passende Modell.
Darüber hinaus sind die Toiletten in Deutschland als medizinische Hilfsgeräte zugelassen und werden so von den Krankenkassen anerkannt und auch bezahlt. Hier ist Information ebenfalls Pflicht und wer will, findet sowohl sehr aufwendige und vielseitige Modelle wie auch die Klassiker in der entsprechenden Palette. Die Reinigung mit Wasser ist dem Papier um Längen voraus und es ist wenig erstaunlich, dass sich immer mehr Menschen gerade für ein Dusch WC entscheiden. Schließlich ist eine ausreichende Körperhygiene mit bloßem Duschen und Zähneputzen noch längst nicht abgeschlossen und gerade der Toilettengang lässt sich vielerorts noch verbessern, was dann im Ganzen auch Einfluss auf Gesundheit und persönliches Wohlbefinden hat.

Viele Menschen, die auf der Suche nach neuen Ideen und nach Inspiration sind, stoßen bei der Auswahl neuer Möbel auf den seit Kurzem ziemlich präsenten Trend „Shabby Chic.“ Damit ist der Einsatz von Einrichtungsgegenständen aus der klassischen Moderne gemeint, die allerdings schon abgenutzt sind und damit ihren ganz eigenen Charme entwickeln. Die Möbelindustrie kopiert zudem diese vergangenen Stile und bietet sehr billig produziertes Vintage an.

Abgesehen davon, dass letzteres immer so seine Probleme hat, trotzdem für viele die leider einzige Möglichkeit darstellt, sich diesem Trend anzuschließen – es lauern noch viele weitere Gefahren im Markt für Vintage Möbel. Das sollte man gleich zu Beginn wissen und auch konsequent darauf achten.

Lange Jahre verzichteten Möbelhersteller auf eine Kennzeichnung ihrer Stücke, was Fälschungen besonders begehrter Möbel natürlich vereinfacht. Laien haben es wirklich schwer, eine Kopie von einem Original zu trennen und so quillt beispielsweise das Internet vor angeblich seriösen Angeboten über. Betrüger lauern überall, es gibt gerade in Asien ganze Fälscherindustrien, die alles nachbauen, was irgendwie in deutsche Wohnzimmer passen könnte. Wenn nun das verwandte Material dem echten ähnelt, der Schnitt und auch die eigentliche Gestaltung kaum vom Original getrennt werden können, dann lässt sich für nicht Fachkundige Käufer nur über den Preis herausfinden, ob es sich um eine Kopie handelt. Klar, es gibt auch immer besonders dreiste Fälscher, die grundsätzlich auf Originalität bestehen (Erinnern wir uns an Konrad Kujau, der den Stern mit seinen Hitler-Tagebüchern lange Zeit an der Nase herumführte) und die dann auch ganz dreist die Originalpreise verlangen. Wer dem aufsitzt, hat einfach Pech gehabt und es lässt sich da auch nicht viel an guten Ratschlägen verteilen.
Allerdings versuchen Kriminelle gerade mit sehr attraktiven Preisen zu werben, was wiederum ein gutes Indiz für eine Fälschung sein kann. Ein Originalstück von Le Corbusier ist ziemlich sicher nicht für ein paar hundert Euro zu haben, gleich wie auch immer die Begründung aussehen mag! Schließlich warten Sammler auf der ganzen Welt auf solche Stücke und sie sind oft bereit, Höchstpreise zu zahlen.
Immer noch ist deshalb der Fachhändler die vielleicht beste Adresse. Dort wird beraten und wahrscheinlich auch eine Art Siegel garantiert – Vergleichen und ein wenig Herumschnüffeln lohnt sich!

Das schöne ist im Gegensatz zu den Vintage Möbeln bedarf es bei Shabby Chic Möbeln keiner Originale, die Möbel müssen einfach nur schön und “schäbig” sein 🙂

Einrichten mit Shabby Chic Möbeln
Shabby Chic Truhe
Aber sind Shabby Chic Möbel überhaupt für jede Wohnung und jedes Haus geeignet? Na klar, muss die Antwort sein, sie wurden ja nicht fürs Museum entworfen und produziert. Ein gewisses Auge für Komposition und Stil wird natürlich trotzdem stark empfohlen!

Auch Vintage Möbel können, falsch installiert, durchaus einen Museumscharakter hervorrufen und sollten deshalb genau auf die Umgebung und Einrichtung abgestimmt werden. Immerhin sind es keine Möbel aus der heutigen Zeit und selbst wer ein brandaktuelles Designerstück im Vintage Stil ersteht, hat damit ein eigenwilliges Interieur, das immer besondere Beachtung verdient.
Warum ist das so? Vintage Möbel stellen in der Regel Aspekte von Epochen dar, in denen Möbel noch etwas über den Charakter ihrer Besitzer aussagen sollten. Heutzutage sind die aus dem Discounter stammenden „Möbel“ meistens völlig ohne Kontur und Ausstrahlung, allein auf Masse und nur für den eigentlichen Zweck (Bett = Schlafen, Tisch = essen, Stuhl = sitzen usw.) reduziert. Da lässt sich wunderbar an Material sparen, was ja für die Umwelt sicher kein Nachteil ist. Aber wer in so manche Wohnung geht, die allein aus Ikea oder Roller Möbeln besteht, dem wird vielleicht das fehlende Charisma, ja die fast schon uniform anmutende Langeweile dieser Behausungen auffallen. Am schlimmsten es, wenn die Leute dann auch noch ihre Wände mit hunderten Fotos in völlig geschmacklosen Rahmen zukleben, nur um dadurch eine Ahnung von Farbe und Lebendigkeit ausdrücken zu wollen. Geschmack, na klar, den hat man nicht einfach so, den muss man lernen und das ist gar nicht so einfach.

Kommt nun beispielsweise ein Nierentisch in eine ansonsten aus Ikea Teilen bestehende Wohnung, wirkt dieser entweder wie ein Fremdkörper oder alles andere um ihn herum erscheint unpassend. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Vintage Möbel (ebenso wie auch Shabby Chic) sind sehr wohl hervorragend kombinierbar, doch benötigen sie stets den gebührenden Raum und eine gelungene Abstimmung. So empfiehlt sich beispielsweise, auf ähnliche oder aber gern auch sehr kontrastierende Möbelstücke zu setzen. Metall und Holz passen nur bedingt, in manchen Fällen aber sehr wohl gut zueinander. Holz und Holz sollten sich ähneln und wer meint, den Vintage – Schrank vor einer roten oder blauen Wand positionieren zu wollen, könnte Probleme bekommen. Es kommt natürlich auf die persönlichen Vorlieben an, die will ich auch niemandem abstreiten. Aber Kontrast funktioniert doch viel besser, wenn man zumindest ein wenig die Grundlagen der Gestaltung berücksichtigt. Besser ist es da, auf weiße Farben und Pastelltöne zu setzen und demgegenüber zum Beispiel dem Vintage – Teil einen knalligen Anstrich zu verpassen. Diese Möbel vertragen das, keine Sorge, sie sind schließlich oft selbst Kunstwerke und wenn man sie richtig Ernst nimmt, können sie große Freude machen.

Wo gibt es diese Möbel?
Shabby Chic SchrankNun ist es eher kompliziert, echten Vintage Stil aufzutreiben. Entweder sind die noch auf dem Markt befindlichen Stücke unwahrscheinlich zu teuer oder es gibt gleich gar nichts mehr in dieser Richtung zu kaufen. Vergesst den Flohmarkt, dort hat man die Trends längst erkannt und eder Händler wird alles wirklich Wertvolle sofort aussortieren, bevor er sich mit dem restlichen Krempel auf den Marktplatz stellt.

Möbelhäuser bieten Vintage zwar auch an, aber natürlich nur als billige, wenn auch offen beworbene Kopie. Das ist in Ordnung, wenn auch nicht sonderlich originell. Da wir aber sowieso in einer Wegwerfgesellschaftleben, in der zudem der Schein und der Anschein die höchsten Güter sind, kann man sich auch für wenig Geld bei Ikea (obwohl die nicht so billig sind) oder Roller eindecken.
Alle anderen gehen bitte zu einem Fachhändler und lassen sich beraten. Dort muss man keine Mondpreise zahlen, findet aber dafür gut und gern das eine oder andere gut erhaltene Original. Dazu kommen Neuschöpfungen aktueller Designer, die den Vintage – Trend aufgreifen und ganz neue Kreationen hervorbringen. Ein Fachgeschäft (oder eine spezialisierte Seite im Netz) ist allemal die beste Wahl, denn Möbel sollten ähnlich wie Kleidung zu einem passen und nicht nur billig sein.

Shabby Chic hingegen findet sich mit etwas Glück leicht auf dem Flohmarkt oder man macht sie einfach selber, viele Youtube Videos zeigen inzwischen schön wie!

Die deutsche Hauptstadt boomt vielleicht wie noch niemals zuvor. Klar, Hitler hatte auch einiges vor mit Berlin und die im Kalten Krieg geteilte Stadt war Jahrzehnte lang unseliges Zentrum der in Ost und West zerrissenen Welt. Heute aber ist Berlin eine bunte, offene, unfassbar kreative Stadt, die Hunderttausende Zuzügler und noch mehr anlockt, die jedes Jahr Millionen Touristen begeistert und die kulturell sich schon durchaus mit London oder Paris messen kann. Aber ist Berlin auch wirklich eine Metropole?
Metropolen, so der offizielle Ausweis, sind Städte, die nicht nur das Zentrum eines Landes bilden, sie strahlen immer auch auf die Umgebung und benachbarte Staaten aus. Zudem ist ihre Geschichte sehr bewegt, sie wurden manchmal zerstört und wieder aufgebaut und ihre Wurzeln reichen oft Jahrhunderte, wenn nicht Jahrtausende zurück. Außerdem sind Metropolen immer der Sitz wichtiger Organisationen, die international agieren und schon deshalb zur Weltgeltung der sie beherbergenden Stadt beitragen. Das Selbstverständnis von Metropolen ist sehr ausgeprägt und selbstsicher und sie sind immer eine Art Sehnsuchtsziel vieler Menschen, gleich ob sie dabei in armen oder reichen Ländern zu finden sind. Und nicht zuletzt sind Metropolen immer auch wirtschaftliche Kraftzentren – nicht umsonst gilt der die Herstellung von Gütern untersuchenden Industrie-Index von New York zu den wichtigsten Erhebungen im US-amerikanischen Börsenmonat.
Berlin nun ist, wie ich finde, in diese Kategorie nicht einzuteilen. Es ist zwar eine recht große Stadt, Hauptstadt des wohl wichtigsten Europäischen Landes dazu, es ist kulturell reich und Sitz berühmter Universitäten. Künstler arbeiten hier, die Kreativwirtschaft wächst und gedeiht. Der Wohlstand ist hoch, die soziale Mischung noch einigermaßen vorhanden. Und von Historie brauchen wir hier nicht reden: Seit die Preußen das damals noch vor sich hin dümpelnde Berlin in den Bereich ihrer Residenz Potsdam nahmen, wuchs die Stadt und wurde als deutsche Hauptstadt Schauplatz vieler welthistorischer Ereignisse.

Freilich fehlt der Hauptstadt das eigentliche Flair der Metropolen. Das ist nicht negativ gemeint, im Gegenteil.
berlin mode hauptstadtWer mal in New York, Delhi oder auch Tokio war, der weiß wie hektisch, schnell und aufgedreht diese Metropolen wirken und leben. Die Menschen dort sind immer in Bewegung und ständig wachsen neue Stadtteile aus dem Boden, andere hingegen verschwinden oder werden komplett verändert. In Berlin hingegen bestehen die meisten Stadtteile seit Jahrzehnten unverändert, vom Sanierungswahn einiger geldgeiler Hausbesitzer einmal abgesehen. Man kann an vielen Plätzen entspannen und eine echte Wirtschaft hat die Spreestadt ja nun wirklich nicht. Vielmehr würde ich Berlin unter jene Hauptstädte reihen, die ihre Rolle zwar mit Stolz, aber auch ein bißchen mit Verachtung tragen. Fragt mal einen Römer, ob er froh wäre, wenn seine Stadt weniger Beachtung fände! Ein absurder Gedanke, aber man wird jede Menge Berliner finden, die sich die scheinbare Ruhe der geteilten Stadt zurückwünschen. Berlin ist gerade deshalb sympathisch, weil es kein alles verschlingender Moloch, sondern eine City mit Charakter und Begrenzung geblieben ist. Im Innern bebt und lebt diese Stadt, ihre Grenzen sind jedoch einigermaßen klar und man kann in einer halben Stunde ins Grüne fahren – definitiv keine Möglichkeit in einer echter und wuchernden Metropole!

Hi Leute, ich begrüße Euch ganz herzlich auf meiner Internetseite. Ich möchte hier in erster Linie über kulturelle Erscheinungen, Trends, Anekdoten und Ereignisse berichten. Berlin, meine Heimatstadt, ist schließlich ein Sammelsurium der Kultur, was gerade auch für viele Zuzügler ein wichtiger Aspekt sein mag. Und na klar, es lebt sich doch auch viel angenehmer und interessanter in einer Stadt, die etwas zu bieten hat und in der die Kreativen sich in gewisser Weise ausleben können. Kein Vergleich zu stumpfsinnigen Wirtschaftsmetropolen, die etwa in China am Reißbrett entworfen werden und die allein der Aufnahme von Millionen Menschen dienen sollen! Wer dort mal war und noch im Herzen, im Leib, in irgendeiner Falte vielleicht noch das Chinesische „Modell“ und sei es auch nur im ideellsten Sinne gepriesen hat, der kehrt zurück von dort als von einer solchen Einstellung als geheilt. Überhaupt die Chinesen! Sie werden abwechselnd als größte Chance oder als größte Gefahr für die Welt bezeichnet und es ist natürlich sehr lohnenswert, dieses Land auch mal zu besuchen. Eine freilich ist klar: Kreativ sind eher wenige Chinesen, vielmehr geht’s traditionell eher um das Ausführen festsitzender Reflexe und Anordnungen. Kunst und Kultur, zumindest in ihrer individuellen Ausprägung braucht stets einen Freiraum, sowohl des Denkens wie auch des Handelns und so ist klar, dass ein weltberühmter chinesischer Künstler, Ai Weiwei, in seiner Heimat niemals sich hätte auf diese Weise entwickeln können. Er brauchte die Zeit in New York und anderswo, um seine zweifellos vorhandenen Talente ausbilden zu können.

Doch ich will hier keine Politik machen, das übernehmen schon genug andere.
Berlin stil und designVielmehr finde ich es ziemlich interessant, was sich gerade in Berlin abspielt. Hier haben Künstler genau jene Freiheit, die in der Kreativwirtschaft nötig sind, sie können sich weiterentwickeln und der eine oder andere schafft dann sogar eine annehmbare Karriere. Wozu das gut ist? Nun, um noch einmal auf China zurückzukommen: Ich persönlich halte Kultur ganz allgemein für einen ungemein wichtigen Aspekt zur Stabilisierung und zur Entwicklung von Gesellschaften. China sieht es genau anders herum und steht damit, wen wundert´s, in der Tradition von Platon. Dieser zeigt sich (in Person des dort sprechenden Sokrates) in seinem Dialog „Der Staat“ den Künstlern gegenüber als sehr kritisch und meint, diese würde die Ehre und den Zusammenhalt gefährden. Gleich, welche Philosophie dahinter stehen mag (Idealismus!), in China sieht man die Sache offenbar genauso. Wir erinnern uns alle an die furchtbare Kulturrevolution, die zur Zerstörung unschätzbarer Kulturgüter führte, nur weil Mao-Tse Tung über die Mobilisierung der Jugendlichen zurück an die Spitze der Macht wollte! Da wurde rücksichtslos alles zerstört und eine banalen wie stupiden Gleichmacherrei unterworfen, ein Skandal, unter dem China auch heute noch leidet. So wird dort lediglich kopiert und die wenigen, nach individuellem Ausdruck strebenden Künstler werden eingesperrt oder mundtot gemacht. Sie müssen dann sogar als „Volksfeinde“ herhalten,gerade weil sie den Menschen einen anderen Blick als den Üblichen vorschlagen. Man stelle sich vor, ein Künstler wie Picasso hätte dort leben müssen, er wäre wohl nie auf die kubistische Idee der Darstellung von Zeit gekommen!

In Berlin hingegen, davon bin ich überzeugt, hätte es dem alten Pablo sicher gefallen. Überall wachsen hier kleine oder größere Ateliers und dergleichen heran und selbst auf dem Gebiet der Mode versucht sich die Hauptstadt seit einigen Jahren. Ob das gut geht, sei dahingestellt, Profit schlägt eine Stadt und damit auch eine Gesellschaft und Kultur aus solchen Entwicklungen allemal.
Ich werde über solche Trends und Bewegungen berichten und hoffe, dass meine Leser mir den vielleicht einen oder anderen fachlichen Fehler, sollte er denn bemerkt werden, nachsehen. Mir geht es in erster Linie um die Diskussion von Ereignissen und dergleichen und ich denke, das ist für einen Blog wie diesen hier völlig gerechtfertigt.